Räuchern mit heimischen Kräutern

 

Rituelles Räuchern findet sich in nahezu allen Kulturen dieser Welt.

Heutzutage werden die Kräuter mittels glühender Räucherkohle verglüht, wodurch es zur gewünschten Rauchbildung kommt. Man setzt den Rauch zur Reinigung von Räumen, Gegenständen und Personen, zum Segnen, für Rituale, Gottesdienste und zum Gebet ein.

 

Es gibt viele heimische Räucherkräuter, deren Wirkungen uns überliefert sind. Einige davon sollen hier kurz vorgestellt werden.

 

Wollen Sie mehr über die Kunst des rituellen Räucherns erfahren? Beachten Sie mein Fernkursangebot zu dem Thema!

 

Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

 

Beifuß ~ Artemisia vulgaris

 

Beifußkraut findet seit altersher Verwendung bei schamanischen Ritualen und Riten des Übergangs. Er wurde bereits in Steinzeitgräbern gefunden und im antiken Griechenland hielten gebärende Frauen ein Beifußbüschel zum Schutz durch die Göttin Artemis in der Hand. Beifuß ist dieser Göttin geweiht, worauf auch der Name „Artemisia“ hindeutet. Sie ist die Göttin der Kräuterkundigen und Hebammen, der Hexen, der Jagd und der wilden Dinge.

 

Der Rauch des Beifuß´ unterstützt bei jedem Prozess des Übergangs, beim Trauern und Loslassen, bei Geburten, Umzügen und Genesungsprozessen. Er hat bedeutsame reinigende Eigenschaften und unterstützt die Verbindung zur Anderswelt und zu den Geistern der Natur. Er fördert Inuition und Hellsicht und trägt unsere Gebete zum Göttlichen.

 

Holunder ~ Sambucus nigra

 

Holunder ist der Frau Holle, einer altgermanischen Göttin, geweiht. Sie ist die Herrin über die Unterwelt. Zu ihr gehen die Seelen nach dem Tod und von ihr kommen die Seelen vor der Geburt. Sie wacht über Tod und Wiedergeburt und ist somit auch eine Göttin der Fruchtbarkeit und der Erneuerung.

 

Der Rauch der Holunderblüten ist sehr sanft und wirkt segnend. Er eignet sich hervorragend zum Segnen von zuvor mit anderen Pflanzen gereinigten Räumen, zum Weihen besonderer Gegenstände und Situationen und für Anrufungen der alten Göttin Holle.

 

Johanniskraut ~ Hypericum perforatum

 

Johanniskraut wurde in früheren Zeiten auch als „Fuga daemonum“ - Flucht der Dämonen bezeichnet. Es wurde nach Johannes dem Täufer benannt. Heute wird Johanniskraut als zuverlässiges, pflanzliches Antidepressivum eingesetzt.

 

Der Rauch des Johanniskrautes wirkt stark exorzierend und bannend. Er befreit von allen negativen Einflüssen und vertreibt düstere Gedanken und Einflüsse.

 

Lavendel ~ Lavandula officinalis

 

Lavendel ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet und hielt durch die Klostergärten Einzug in unsere Breitengrade. Heute ist er eine beliebte Garten- und Beetpflanze. Wild kommt er bei uns nicht vor. Bei Hildegard von Bingen wird er erstmals erwähnt und ist seitdem aus der mitteleuropäischen Kräuterheilkunde nicht mehr wegzudenken.

 

Der Rauch der Lavendelblüten wirkt entspannend auf das vegetative Nervensystem. Vor dem Einschlafen verräuchert, vertreibt er böse Träume und sorgt für angenehmen Schlaf. Er lässt unsere Gedanken zur Ruhe kommen.

 

Salbei ~ Salvia officinalis

 

Der Salbei wurde ebenfalls durch Mönche in Mitteleuropa eingeführt und ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet. Er ist wichtiger Bestandteil schamanischer Rituale der Reinigung und Heilung.

 

Salbeirauch reinigt und heiligt Räume, Gegenstände, Personen und Situationen.

 

Schafgarbe ~ Achillea millefolium

 

Die Schafgarbe ist eine sehr warme und alte Heilpflanze. Sie begleitet den Menschen seit tausenden von Jahren, was Funde von Schafgarbe in steinzeitlichen Grabanlagen belegen. Ihre Stengel werden seit altersher für das asiatische Orakel I Ging verwendet.

 

Der Rauch der Schafgarbe wirkt wohltuend segnend und sehr heilsam auf die Psyche des Menschen. Er hilft unseren Geist für das Göttliche zu öffnen und so Geborgenheit, Heilung und Eingebungen zu erfahren.